Essen gehen in London

In London vegetarisch essen gehen. Teil 2

Teil 2 meines Trips nach London. Es geht weiter mit lecker, lecker, aber ohne Curry und Fish ’n‘ Chips.

In London essen gehen – Station 4: Honey & Co

Tagsüber hatte ich in einer Buchhandlung ein Kochbuch gefunden, das sich an die israelische und orientalische Küche anlehnt. Also im Grund so ähnlich wie die Rezepte bei Yotam Ottolenghi . Das Layout war schön, es gab ein Extra-Kapitel für Vegetarier: gekauft.

Im Laufe des Nachmittags fand ich dann beim Durchblättern heraus, dass sich das Restaurant zum Kochbuch, Honey & Co. in London befindet. Und so versuchten wir am späteren Abend unser Glück.

Honey & Co Mezze Vorspeisen

Im Gegensatz zum Restaurant am Vorabend war der Laden Honey & Co. winzig und zwanglos. Ein Laden, mit kleiner Theke, Kuchenauswahl und der Erlaubnis tagsüber entspannt nur an einem Pfefferminztee zu nippen.

Zum Abendessen bekamen wir wir eine Auswahl an Mezze, später gab es Huhn mit krossen, Nudeln und einem orientalisch vegetarischen Moussaka. Zum Nachtisch bestellten wir warmen Marzipankuchen und ein Schokoladen-Dessert.

Ein großer Teil der Speisen, die wir an diesem Abend gegessen haben, sind auch im Kochbuch zu finden. Das war in diesem Moment genial, weil zumindest ich beim Duchblättern von neuen Kochbüchern gerne alles sofort kochen und essen möchte.

In London essen gehen – Station 5: Chipotle

Im Chipotle waren wir schließlich am letzten Tag zum mittaglichen Snack. Der Laden kommt daher wie ein gewöhnliches Fast-Food-Restaurant: Schnell, hektisch und laut. Die Schlange vor der Theke war trotzdem lang.

Das Mittagessen konnte je nach Wunsch unter anderem aus der Grundlage Burrito, Taccos oder Salat-Korb bestehen. Wie in anderen Schnellrestaurants wird die Basis, also zum Beispiel der Burrito von Station zu Station weitergeschoben. Der Kunde auf der anderen Seite der Theke sagt wiederum an, was rein kommt: Reis, Bohnen, Fleisch, Salat, Käse, Saure Sahne und Guacamole, die wie so oft extra kostete.

Taccos bei Chipotle

Das Geschmackserlebnis war in Ordung. Eine Abwechslung zu Burger und Co, aber auch nicht das Beste, was ich jemals gegessen habe. Mein Burrito hat mich satt gemacht. Zwei Taccos dagegen sind doch etwas wenig. Aber die Guacamole war sehr lecker.

Unklar bleibt mir bei der ganzen Zubereitung, warum Reibekäse in den Burrito gehört. Er macht vielleicht satt, aber etwas davon geschmeckt habe ich nicht und Fäden zieht er auch nicht, weil die restlichen Zutaten zu kalt sind. Aber gut, wenn man das so macht.

Einen Tacco mit Guacamole würde ich dort wieder essen. Geschmacklich aber glaube ich nicht, dass der Unterschied zu den Anbietern für mexikanisches Fast-Food in Deutschland so groß ist. Außer, dass eben die Zutaten hochwertiger sind. Wobei sich da natürlich die Frage stellt, ob amerikanisches Bio deutschem Bio ebenbürtig ist.

In London essen gehen – Station 6: Wagamama

Das Wagamama war ein Ersatz für ein Restaurant, in das ich eigentlich gehen wollte: Pho. Seitdem ich meine Leidenschaft für Pho, einer vietnamesische Nudelsuppe, entdeckt habe, wäre das eigentlich die richtige Wahl gewesen.

Aber am Ende hat mir dann doch der Hunger gefehlt am letzten Abend noch mal in die Innenstadt reinzufahren. Da musste eben das Wagamama herhalten, das ebenfalls asiatische Nudelsuppen anbietet und fußläufig zu erreichen war.

Das Wagamama erinnert ein bisschen an die Kette Vapiano, auch wenn die Köche nicht zu sehen sind. Mit anderen Gästen sitzt man an langen Holztischen. Serviert werden unter anderem asiatische Nudelsuppen mit unterschiedlichen Einlagen.

Gegessen wird mit Holzlöffel und Stäbchen. Es gibt aber auch europäisches Besteck. Die Suppe war ok, kam aber nicht an das Geschmackserlebnis einer Pho-Suppe ran. (Das Rezept gibt es in Kürze hier auf dem Blog).

Das Wagamama steht hier übrigens stellvertretend für Asia-Schnellrestaurant, die mehr können als die gebratenen Nudeln im Wok mit Gemüse und viel, viel Soja-Sauce. So war ich zumindest mal in Schweden und ich meine das habe ich auch in London gesehen in Asia-Läden, die wie ein hipper McDonalds daher kamen. Ob das Essen besser war, vielleicht. Aber der Entertainment- und auch Wohlfühl-Faktor war höher.

Und wie war es in London abgesehen vom Essen?

London war toll, trotz einem Sonne-, Wolken-, Regenmix. Es waren schrecklich viele Menschen unterwegs: Etwa wie die Schildergasse in Köln vor Weihnachten, aber jeden Tag und in allen Winkeln. Es war anders und deswegen toll.

Im Supermarkt hätte ich den ganzen Tagen über bleiben können. Alles ist neu, bunt und fröhlich. Hipper, schöner und alles überhaupt besser. Und nicht zu vergessen teuer.

Gerne hätte ich diese Auswahl an Ketten & Co. auch hier. Aber das scheint nicht so einfach zu sein. Chipotle zumindest ist daran gescheitert, so sieht es für mich aus, dass die Mehrkosten für glückliche Tiere und Gemüse mit weniger Pestiziden nicht vom Verbraucher getragen wurden. Heißt, wir uns weigern für nachhaltiges Essen mehr Geld auszugeben.

In London wiederum, einer Stadt, die ohnehin schon teuer ist, dort tut es weniger weh, wenn die zwei, drei Euro mehr für das Steak ausgegeben werden. Und man bei Lebensmittelpreisen von Euros und nicht von Cents spricht bzw. Pfund.

Ob das Mittagessen wirklich besser schmeckt, weil die Zutaten hochwertiger sind, ist dann kein Kriterium mehr, wenn ohnehin alles teuer ist. So muss man sich auch keine Gedanken mehr machen wegen seinem Gewissen und so.

Dass bei uns die Lebensmittelpreise steigen, wünsche ich mir und wünsche ich mir nicht. Aber es wäre ein Trick den Verbraucher zum Kauf von qualitiativ hochwertigen Nahrungsmitteln zu bewegen.

Und während ich also noch weitere darüber nachdenke, schaue ich Johnny mit der Discounter-Tüte in der Hand zu. Er wackelt in seinen Imbiss bei mir um die Ecke, schleicht in die Küche und kocht Mittag für 5 Euro.

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