Schokoladentorte

Rezept für eine vegane Schokoladen-Torte

Vegane Schoko-Torte mit Obst. Oma, Tante und Mama werden dir das nicht glauben können.

Ich esse gerne Schokolade. Vor einiger Zeit saß ich auf dem Sofa und aß vier Schokoladen-Riegel hintereinander. An den Letzten kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich suchte ihn in der Sofaritze, aber er war nicht da. Unbewusst habe ich ihn verschlungen. Mein Gewissen sagte: Iss mehr Obst, das ist gesünder.

Einige Zeit lang problematisiert ich meine Vorliebe für Schokolade und meine Abneigung gegenüber Obst. Ich versuchte ernsthaft mehr Obst zu essen, aber das war schwer. Dagegen vernaschte ich letzte Ostern den großen Osterhasen von Lindt: innerhalb einer Woche, ganz und alleine. Ich hatte keine Beschwerden.

Ich grübelte und irgendwann begriff ich, warum ich kein Obst esse. Es ist fehlerhaft und genügt nicht mehr den Ansprüchen unserer Zeit. Schokolade dagegen lässt sich leicht konsumieren ohne einen Gedanken daran zu verschwenden.

Argument 1: Die Schale

Schokolade ist in Aluminium eingewickelt oder in Plastik eingeschweißt. Ich reiße sie aus der Verpackung und verschlinge die Tafel. Das Papierchen zerknülle ich und drücke es in die Hosen-, Jacken- oder Handtasche. Aus den Augen aus dem Sinn. Anders ist es mit Obst. Bananen haben eine Schale, die sich nicht in meine Tasche werfen lässt. Sie ist zu groß, fault und wird zu Bio(-Müll). Auch Äpfel ägern mich. Unterwegs esse ich sie immer samt Kerngehäuse;  Wohin auch mit dem Krotzen? Und wie ist das erst mit Kernobst?!

Argument 2: Die Gleichmäßigkeit

Schokolade ist verlässlich, denn sie schmeckt stets gleich. Variationen sind Nuss oder Nougat oder Hell oder Dunkel, aber sie bleibt sich treu. Weil sie maschinell gefertigt wird, ist sie nahe an der Perfetion von Anfang bis Ende. Obst dagegen reift am Baum, ist damit unberechenbar und imperfekt. So haben Nektarienen eine rote, süße und eine gelbe, fade schmeckende Seite. Pfirsiche wiederum sind häufig komplett rot und irgendwie appetitlich anzuschauen, aber steinhart. Das Obst schmeckt nicht wie erwartet. Und das erinnert mich an ein weiteres Rätsel: Wo ist eigentlich das süße Obst geblieben? Inzwischen vermute ich, dass mir die Medien eine idealisierte Vorstellung von Obst aufgedrängt haben. ES schmeckt in Wirklichkeit gar nicht süß, denn die letzten Himbeeren und Johannisbeeren waren sauer wie es Zitronen sein sollten. Was habe ich falsche gemacht? Den Zucker vergessen?

Argument 3: Die Haltbarkeit

Im Alter bekommt Schokolade einen Grauschleier. Der Geschmack verändert sich jedoch nicht. Sie ist zeitlos. Hat sie eigentlich noch ein Verfallsdatum? Obst dagegen setzt mich unter Druck. Ein Netz voller Orangen wird zur Herausforderung, denn sie müssen innerhalb einiger Tage gegessen sein. Esse ich Oragen, Apfelsinen oder Mandarinen nicht, Letztere gibt es sogar in ganzen Kisten zu kaufen, werden sie schlecht. Das Obst bekommt einen grünen Pilz. Es wird auch mal hart und trocken. Warum eigentlich? Zum Schluss landet es im Müll. Ärgerlich.

Argument 4:  Die Esskultur

Wenn draußen nicht gerade Hitze ist, kann ich Schokolade essen ohne auf meiner Kleidung Flecken zu hinterlassen. Und es gibt diese Schokoladen-Bonbons für den Bus, um keine Sauerei auf den Sitzen zu machen. Mal wieder ist das mit Obst nicht so. Mangos muss ich über dem Spülbecken in der Küche essen. Der Saft rinnt mir über meine Hände und am Arm herunter in Richtung Ellenbogen. Die Fruchtsäure greift mein Gesicht an. Und Ananas betäubt meinen Gaumen. Es ist also unmöglich Obst bequem auf dem Sofa  zu essen. Da greife ich lieber zu meinen Schokoladen-Riegeln.


Und trotzdem heute ein Rezept mit Obst, aber auch mit Schokolade. Ich möchte jedoch anmerken, dass die Brombeeren und Johannisbeeren wirklich sehr sauer waren:

vegane Torte mit Schokolade

rezept für vegane Schoko-Torte

[recipe title=“vegane Schokoladentorte mit Obst“ servings=“kleine Kuchenform, (Ø 20 cm)“ time=“30 Min. + Auskühlzeit für den Boden + Kühlzeit 2 Stunden“ difficulty=“einfach“]

  • Den Kuchenboden nach diesem Grundrezept verwenden, aber nur die Hälfte der Zutaten verarbeiten, also nur: Mehl (250 Gramm), Rohrzucker (175 Gramm), Kakao (85 Gramm), Backpulver 1 1/2, Prise Salz, Rapsöl (75 ml), Vanillesojamilch (350 ml).

  • Für den Teig Mehl, Rohrzucker, Kakao, Backpulver und Salz in einer Schüssel miteinander vermischen. Jetzt die Flüssigkeiten in die Schüssel gießen und mit einem Handrührgerät zu einem Teig rühren. Diesen in die gefettete und mit Kakao ausgestreute Form geben und bei 200° Ober- und Unterhitze circa 40 Minuten backen. 10 Minuten vor Ende der Backzeit mit einem Holzstäbchen in den Kuchen pieksen. Es darf ein wenig Teig hängen bleiben. Dann ist er fertig.

  • Den Boden auskühlen lassen und in die gewünschte Dicke schneiden.


  • Die Schokoladen-Creme aus folgenden Zutaten zubereiten: Sojasahne der Marke Provamel (wichtig!) (250 ml), dunkle Schokolade (280 Gramm), veganes Sahnesteif z. B. San-apart (50 Gramm), neutrales Öl z.B. Rapsöl (2 TL).

  • Die dunkle Schokolade in Stücke brechen und mit dem Öl im Wasserbad schmelzen. Im Anschluss die Schokolade abkühlen lassen. Sie sollte so lauwarm sein.
  • Jetzt die Sojasahne in ein hohes Gefäß füllen und mit dem Handrührgerät aufschlagen. Für das Rezept habe ich zwei Sahnen ausprobiert. Das Provamel-Produkt hat eindeutig mehr breitschaft gezeigt sich aufschlagen zu lassen. Ich würde also in Zukunft für diesen Kuchen auch nur diese Sojasahne verwenden.
  • Zum Schluss die lauwarme, flüssige Schokolade und die Sahne vorsichtig mit einem Rührbesen miteinander vermischen. Die Schokoladen-Creme (eigentlich ein Rezept für veganes Mousse au Chocolat) auf dem Boden verstreichen. Ich lasse den Kuchen immer noch in der Springform. So lässt sich die Creme am besten auch etwas höher und dicker verteilen. Obst nach Wahl auf den Kuchen legen und für circa zwei Stunden im Kühlschrank kaltstellen.

[/recipe]

Variationen

Wie bereits angedeutet handelt es sich bei der Schoko-Creme eigentlich um Mousse au Chocolat. Seit langem aber wollte ich diese Kombination mal ausprobieren und es hat gut funktioniert. Die Torte ist recht mastig (aber nicht so mastig wie Buttercreme), aber das frische Obst hält dem entgegen. Als nächstes werde ich mehr von der Creme machen, um den Kuchen damit ganz zu überziehen. Auch mehr Kuchenschichten sollten möglich sein. Ich denke es gibt noch viel Raum für Experimente.

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